Ratgeber

Ärger mit dem Vermieter?

Fünf Tipps bei Mietschulden

Tipp 1: Jetzt handeln

Tipp 1

Es ist einfach nicht wahr, dass alles verloren ist – vorausgesetzt du machst einen ersten Schritt. Kennst du die Zahnarztregel? Ein Zahn, der heute weh tut, der tut morgen garantiert noch mehr weh. Das gleiche gilt für Mietschulden: Sie werden genauso wenig kleiner, wie ein Loch im Zahn.

Darum der erste Tipp: Unternimm etwas in der Sache, entweder jetzt gleich oder gleich morgen früh. Der erste Schritt kann bei jedem ein wenig anders aussehen, eine Beratung aufzusuchen ist aber immer hilfreich.

Tipp 2: Stelle die Miete immer an Nummer 1

Tipp 2

Wenn du Mietschulden hast, solltest du dir deine Lage bewusst machen. Und die lautet zum ersten: Du kannst nicht alles retten. Und zum zweiten: Wer am lautesten schreit, ist nicht unbedingt der Wichtigste.

Mietschulden entstehen, weil das Geld nicht für alles reicht. Du erhältst Mahnungen und Gläubiger kontaktieren dich – Grund genug, nervös zu werden. Wenn du dir allerdings klar gemacht hast, dass die Miete an allererster Stelle steht, dann Strom und Heizung und erst danach irgendwelche Kredite, dann weißt du, was zu tun ist. Nicht dein Mobilfunkanbieter muss am dringendsten bezahlt werden, sondern dein Vermieter.   

Tipp 3: Rede mit deinem Vermieter!

Tipp 3

Wie kannst du deine Wohnung retten? Die meisten Vermieter sind erstaunlich entgegenkommend, wenn man mit offenen Karten spielt. Versuche am besten im Gespräch mit dem Vermieter eine gemeinsame Lösung zu finden. Ob dabei eine Vereinbarung wie Ratenzahlung oder Mietaufschub herauskommt, ist natürlich nicht garantiert, doch der Versuch ist es wert.

Erfahrene Berater(innen) der Schuldner- oder Sozialberatungen erleben es genauso: Der Vermieter ist nicht dein Feind, sondern eher im Gegenteil.

Tipp 4

Tipp 4: Weniger Mietschulden entlasten dich!

Mietschulden kommen selten allein – das klingt zwar simpel, aber es bringt zum Ausdruck, dass hinter Mietschulden immer noch mehr steckt, wie etwa ein Jobverlust, eine Trennung oder eine Erkrankung. Um diese Probleme anzugehen, benötigst du Zeit und den Rücken frei.

Frau mit Papierboot

Keiner kann alles zugleich machen, sondern es gilt immer einen Schritt nach dem anderen zu machen. Stell dir ein Boot vor: Zuerst flickst du das Leck im Rumpf. Danach kümmerst du dich um die Segel. Dann ist es Zeit, den Lack aufzufrischen, und am Ende kannst du wieder Kurs setzen. In der Regel sind die Mietschulden – gemäß Tipp 2 – das Leck im Rumpf. 

Tipp 5: Hol dir Beratung!

Mietschulden sind ein kompliziertes Thema. Hol dir unbedingt professionelle Beratung. Wie die meisten gemeinnützig arbeitenden Schuldnerberatungen bietet auch die Caritas eine in der Regel kostenlose Beratung, und zwar vor Ort oder auch Online – für diejenigen, die es gern anonym haben.

Tipp 5

Zum Teil haben Schuldnerberatungen längere Wartelisten, aber zum Einstieg gibt es oft "offene Sprechstunden”. Bitte einfach vor Ort direkt anfragen.

Auch bei den Stellen der Allgemeinen Sozialberatung kannst du deine Fragen zum Thema Mietschulden stellen. Dort gibt’s dann auch Tipps und Adressen für deine weiteren "Baustellen", falls es diese gibt (deren Adressen sind ebenfalls über die Suchbox zu finden).

Und nicht zuletzt noch der Hinweis auf das Forum für Schuldnerberatung, das neben einer Adress-Suche für Schuldnerberatungsstellen, Musterbriefen und ausführlichen Informationen zum Thema auch ein Diskussionsforum anbietet. Dort findest du Leute, denen es ähnlich geht, und kannst dich im Netz austauschen.