ÖBM 105 Jahre / (c) Caritasverband Leipzig e. V.

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Die Kraft der Idee

Vor 105 Jahren wurde die Leipziger Bahnhofsmission gegründet. Seitdem ist sie Anlaufpunkt für Menschen, die Hilfe suchen. Am 1. Oktober feierte die Bahnhofsmission mit vielen Gästen ihr 105-jähriges Jubiläum. mehr

Begleitung in Not

Ökumenische Bahnhofsmission Leipzig

Mitarbeiter der Bahnhofsmission begleitet eine blinde FrauÖkumenische Bahnhofsmission Leipzig - wo Menschlichkeit zum Zug kommt.

Die Ökumenische Bahnhofsmission Leipzig wurde 1913 gegründet - schon damals mit dem Ziel, am Bahnhof gestrandeten Menschen so schnell und unkompliziert wie möglich zu helfen. Daran hat sich bis heute nichts geändert: Nachdem die Bahnhofsmission während der Zeit des Nationalsozialismus‘ und der DDR verboten war, wurde sie am 1. Oktober 1993 wiedereröffnet und erfährt heute mehr Zulauf denn je.

Die Bahnhofsmission versteht sich als erste soziale Anlaufstelle an exponiertem Ort in der Mitte der Stadt, die eingebunden ist in das lokale Hilfesystem von Leipzig. Sie setzt sich tatkräftig für jedwede Belange der Menschen ein, die Hilfe am Bahnhof suchen - unabhängig von deren sozialem Status, Religion, oder Nationalität.

Gelebte Nächstenliebe am Bahnhof

Wenn unsere Stadt wächst, dann wachsen auch die Probleme vor dem Leipziger Hauptbahnhof. Hier ist die Bahnhofsmission einen Ort diakonischen Handelns und damit erfahrbare Nächstenliebe. Die gesellschaftlichen Veränderungen bestimmen den sozialen Brennpunkt im Bahnhof und damit auch die Arbeit der Bahnhofsmission.

Die Bahnhofsmission leistet einen Beitrag dazu, dass Menschen ihr Leben selbstbestimmen und würdevoll gestalten können. Besondere Aufmerksamkeit gilt Menschen mit Behinderungen und Menschen in Notsituationen.

Ein wichtiger Aufgabenbereich der Leipziger Bahnhofsmission ist die emotionale Unterstützung und Betreuung von Menschen, die sozial oder seelisch in Not geraten sind. Die Problemlagen der Hilfesuchenden sind vielfältig: häufige Themen sind psychische oder körperliche Probleme, Einsamkeit, Wohnungslosigkeit, Sucht, Verständigungsprobleme oder finanzielle Notlagen.

Dabei versuchen die Mitarbeitenden stets den für den/die Bedürftige/n richtigen Weg in seiner/ihrer individuellen Situation zu finden - sei es durch ein offenes Ohr, oder durch konkrete weiterführende Hilfe, wie z.B. Vermittlung zur Suchtberatung, oder zum Tagestreff für Wohnungslose. Die Bahnhofsmission arbeitet dabei eng mit den sozialen Angeboten der Stadt Leipzig zusammen.

Nächste Hilfe: Bahnhofsmission

Wir kümmern uns um jeden Menschen, der zu uns kommt. Wir bieten Hilfe auch ohne Anmeldung oder bestimmte Voraussetzungen an.

Wir bieten Unterstützung für Reisende mit Auskünften, Hilfe beim Verständigen, Begleitung beim Ein-, Aus- und Umsteigen, mit Ruhemöglichkeiten, durch Rollstühle, Gehilfen und Gepäckwagen.

Wir stellen Ihnen gerne Hilfe zur Verfügung in akuten Krisen, wie zu Beispiel einen Freund verloren, keinen Schlafplatz, kein Telefon, kaputte Kleidung, Durst, Bestohlen wurden, Verletzt wurden, Krankheit oder Schwäche und bei Sprachproblemen.

Wir bieten Vermittlung und Erstberatung bei existenziellen Notlagen, wie Wohnungslosigkeit, Sucht, Verarmung, Verzweiflung und Selbstmordgefahr.

Mitarbeit

Die Bahnhofsmission Leipzig lebt von ihren vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden. Neue engagierte Kolleginnen und Kollegen sind daher immer herzlich willkommen. Jede/r Ehrenamtliche kann seine/ihre Arbeitszeiten und Tätigkeitsschwerpunkte je nach persönlichem Interesse und Vermögen ganz individuell gestalten.

Außerdem ist die Bahnhofsmission Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst, das Freie Soziale Jahr und für Schülerpraktika.

Öffentliches

Die Bahnhofsmission pflegt und nutzt intensiv die Netzwerke vor Ort. Sie steht in engem Kontakt zu Behörden, den örtlichen Kirchengemeinden, sucht die Kooperation mit Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege und arbeitet partner­schaftlich mit der Deutschen Bahn AG, den privaten Bahnen, dem Center Management Promenaden, der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und mit der Bundespolizei zusammen.

Außerdem ist sie Sammelstelle für jegliche Art von Kleider- oder Sachspenden. Diese kommen den Hilfesuchenden der Bahnhofsmission und andere sozialen Einrichtungen der Stadt  zu Gute.

Außerhalb der Öffnungszeiten werden die Räumlichkeiten der Bahnhofsmission für diverse Selbsthilfegruppen zur Verfügung gestellt (z.B. Anonyme Alkoholiker, Narcotics Anonymus, Anonyme Messies Leipzig, Netzwerk Endometriose).

Die Bahnhofsmission wird gefördert durch das Sozialamt der Stadt Leipzig.

Logo Stadt Leipzig

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Die Geschichte der Ökumenischen Bahnhofsmission Leipzig

Seit 1894 gibt es Bahnhofsmission - gegründet in Folge wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen in der Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Sie entstanden als Orte der Hilfe und des Schutzes.

Von Anfang an wurde der Dienst haupt- und ehrenamtlich von Frauen und Männern geleistet. Von Beginn an wurde zur Unterstützung der Arbeit ein kirchliches, kommunales und internationales Netzwerk aufgebaut.

Im Nationalsozialismus und der DDR waren Bahnhofsmissionen verboten. Die Bahnhofsmission Leipzig wurde 1913 gegründet, 1956 geschlossen und 1993 wieder eröffnet. 2013 feierten wir unser 100-jähriges Jubiläum.

Die Kraft der Idee

 "105 Jahre Gründung und 25 Jahre Wiedergründung Ökumenische Bahnhofsmission Leipzig" - so stand es auf der Einladungskarte zur Jubiläumsfeier der Bahnhofsmission. Das sorgte bei Propst Giele für Irritationen, wie er selbst sagte. Aber eigentlich ist es ganz einfach: 1913 wurde die Bahnhofsmission gegründet und während des 2. Weltkrieges durch die Nationalsozialisten geschlossen. 1945 wurde sie wiedereröffnet mit der Hauptaufgabe Flüchtlinge zu betreuen. Bis 1956 war die Bahnhofsmission dann geöffnet, bevor sie aufgrund von Spionageverdacht durch die DDR-Behörden wieder geschlossen wurde. Erst nach der Wende wurde die Bahnhofmission in Leipzig wiedergegründet.

ÖBM 105 Jahre(c) Caritasverband Leipzig e. V.

"Wir feiern heute die Kraft der Idee von der Bahnhofsmission und die Menschen, die sich nicht entmutigen ließen durch die mehrfache Schließung", sagte Propst Giele im ökumenischen Gottesdienst. "Diese Idee ist so stark, das sie nicht untergeht und sich auch nicht von geänderten Fördermittelbescheiden beeinflussen lässt", so Giele.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst am 1. Oktober feierten Propst Gregor Giele und Superintendent Martin Henker mit mehr als 50 Gästen und aktuellen sowie ehemaligen MitarbeiterInnen in der Osthalle des Hauptbahnhofs das Jubiläum der Bahnhofsmission. Der Leiter der Bahnhofsmission, Carlo Arena, war bewegt von den Dankesreden, die im Anschluss an

Carlo Arena, Leiter der BahnhofsmissionCarlo Arena, Leiter der Bahnhofsmission, bedankte sich bei allen Gästen und insbesondere bei seinen MitarbeiterInnen, ohne die die Arbeit der Bahnhofsmission nicht möglich wäre. (c) Nina Draxlbauer

den Gottesdienst folgten. Bahnhofsmanager Christian Schulz bedankte sich bei den Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission für ihren täglichen Einsatz mit einem Scheck im Wert von 500 Euro für einen neuen Boden in den Räumen der Bahnhofsmission. Auch Bundespolizeidirektor Steffen Quaas war gekommen und dankte den MitarbeiterInnen für ihr Engagement: "Sie leisten einen Dienst für diese Menschen und auch für diese Stadt und dieses Land. Das ist gelebte Nächstenliebe." Quaas betonte, dass er sich wünschen würde, dass viele Menschen dem Beispiel der Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission folgen würden und ehrenamtlich tätig werden. Der Polizeidirektor ließ es sich nicht nehmen, seine konkrete Hilfe anzubieten - mit einem Tag Arbeitseinsatz in der Bahnhofsmission.

Sr. Ruth LehmannSr. Ruth Lehmann arbeitete nach dem 2. Weltkrieg in der Bahnhofsmission.(c) Nina Draxlbauer

Mit Diakonissen-Schwester Ruth Lehmann hatte die Bahnhofsmission einen ganz besonderen Ehrengast zur Feier eingeladen. Schwester Ruth, die 1930 geboren wurde, hatte die Zeiten nach dem 2. Weltkrieg in der Bahnhofsmission erlebt und vor allem Flüchtlinge betreut und begleitet.

Band "The Black Holes""The Black Holes unplugged" begeisterten Gäste und Passanten, die zur Feier der Bahnhofsmission gekommen waren.(c) Caritasverband Leipzig

Heike Müller, Leiterin der Bahnhofsmission Halle, überbrachte im Namen der Geschäftsführung der Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission Glückwünsche. Bahnhofsmissionen seien Orte der Begegngung und des zivilgesellschaftlichen Engagements, die wir dringend benötigen würden, sagte Müller.

Trotz des Kommen und Gehens von Passanten in der Osthalle verleihte der Gottesdienst dem Hauptbahnhof eine feierliche Atmosphäre.  Nicht zuletzt auch durch die musikalische Gestaltung der Band "The Black Holes", die mit Gitarre, Kontrabass, Cajon und Gesang die Feier zu etwas Besonderem machten.

Besondere Lebenslagen

Beratung für Straffällige und deren Angehörige

Armut_09 / KNA / Oppitz

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Die Straffälligenhilfe ist ein Angebot für straffällig gewordene Menschen, für Inhaftierte und Haftentlassene. mehr

Besondere Lebenslagen

Allgemeine Soziale Beratung

Beratung eines Paares / KNA / Oppitz

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Wir sind Ansprechpartner für Menschen in verschiedenen sozialen Notlagen, für Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen, für Schuldner, Arbeitslose, Straffällige, Haftentlassene, psychisch und physisch Behinderte, für Menschen mit geringem Einkommen sowie für Menschen, die von Diktaturfolgen betroffen sind ... mehr


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