Auf Umwegen zum Berufswunsch? - FSJlerin der Kita Sankt Gertrud stellt sich vor

Für viele ist die meist einjährige freiwillige Tätigkeit eine Überbrückung zwischen Schulabschluss und Studium, sie dient zur Horizonterweiterung oder einfach, um einen ersten Einblick in die Aufgaben in einem bestimmten sozialen Bereich zu erhalten.

Doch wie kommt man zum Beispiel von der Idee ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren zur tatsächlichen Arbeit als Freiwilliger und was erwartet einen im Alltag?

Saskia (19 Jahre), FSJlerin aus der Kita Sankt Gertrud, erzählte uns ihren Weg zur Zwergengruppe der Caritas Kindertagesstätte Sankt Gertrud:

FSJ Kita St GertrudDen Kleinen beim Mittagessen zu helfen, ist eine von Saskias Aufgaben im Kita-Alltag.Caritas Kindertagesstätte Sankt Gertrud

Auf Umwegen zum Wunschberuf

"Um ehrlich zu sein, wollte ich ursprünglich gar kein FSJ machen. Mein Traum war es, nach dem Abitur nach Dänemark zu gehen und dort erstmal ein Jahr zu arbeiten und die Sprache zu lernen, um dort anschließend studieren zu können. Allerdings kamen trotz vieler Bewerbungen nur Absagen und so war ich ziemlich erleichtert, als ich die Zusage aus Hannover bekam, ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr an der dortigen Medizinischen Hochschule zu machen. Aber so sehr ich mich auch freute, es fühlte sich irgendwie nicht wirklich richtig an.

Ein Freund erzählte mir, dass in der Kita seiner Tochter noch FSJ-Plätze frei wären und da Erzieherin lange Zeit mein Traumberuf war, beschloss ich, dort mein Glück einfach zu versuchen.

Das hieß zuallererst mal, einen Weg von der Leipziger Südvorstadt nach Engelsdorf zu suchen. Auf dem ich mich direkt verfahren habe... Dass mir dies im Laufe der kommenden Monate noch öfters passieren würde, wusste ich zum Glück noch nicht. Mittlerweile kenne ich diverse (Um)Wege zur Kita und wieder zurück und werde im Laufe des Jahres wohl noch einige weitere entdecken.

Nach meiner Bewerbung durfte ich zeitnah zum Probearbeiten vorbeikommen und was soll ich sagen, die Kita gefiel mir. Die Erzieher waren nett und die Arbeit mit Kindern hatte mich schon immer begeistert. Aber auch einer der damaligen FSJler steckte mich mit seiner Freude an seiner Arbeit an und mir gefiel die Idee, doch noch ein Jahr in Leipzig zu bleiben, immer besser.

Da nicht nur ich die Einrichtung mochte, sondern auch ich den Erwartungen der Kita Leitung entsprach, war eine Woche später klar, dass ich in der Caritas Kindertagesstätte Sankt Gertrud mein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren würde.

Inzwischen arbeite ich seit fast vier Monaten in der Zwergengruppe und bin sehr glücklich.

Wenn ich Leuten in meinem Alter erzähle, dass ich in einer Kita arbeite, erwidern die meisten, dass sie sich das nie vorstellen könnten. Das wiederum ist mir unverständlich. Mit den Kindern zusammen zu sein macht viel Spaß! Jeden Tag passiert etwas Lustiges und mich persönlich füllt meine Arbeit so sehr aus, dass ich wieder überlege, ob ich nicht doch Erzieherin werde.

Zu meinen Aufgaben zählt nicht nur das Spielen und Toben mit den Kindern, sondern auch das Füttern der Kleinsten, beim An- und Ausziehen helfe ich ebenso wie beim Putzen und Aufräumen der Räumlichkeiten... Kurzum, ich mache vieles. - Und ich lache viel. Nicht nur, weil meine kleinen Zwerge immer wieder etwas machen, womit sie mich zum Lächeln bringen, sondern auch, weil ich wirklich Spaß habe.

Die nächste Informationsveranstaltung zu den Freiwilligen Diensten im Caritasverband Leipzig e. V. findet am 23. März 2017, um 15 Uhr, im Elisabethsaal der Geschäftsstelle, Elsterstraße 15, 04109 Leipzig statt.

Ansprechpartnerin für Fragen zum Freiwilligendienst im Verband ist Josefa Tiefensee (Telefon: (0341) 9 63 61 33, eMail: freiwilligendienst@caritas-leipzig.de)